Auf dem Weg zu Publizität

Spuren wurden gelegt, bei kleinen lokalen Live-Konzerten mit ausgetüftelter Playbackspur, bei Platzierung von Tapes (ja, in den späten 80ern, frühen 90ern gab's das noch, die Papierkorbbestückung von einschlägigen Musikredakteuren mit liebevoll gestalteten Tapes). An eigenes "CD-Brennen" war damals noch nicht zu denken. Der Absagen der Produzenten überdrüssig sahen sie nur einen Ausweg, die damals fast «beste unbekannteste Band der Welt» (Zitat F. O.) zu werden: dem österreichischen John Peel, dem Ö3-Subversionspapst Fritz Ostermeyer ein Band zu schicken. Ein Ö3-Musikbox-Airplay mit Ostermeyers enthusiasmierten Kommentaren war die Folge. Fans verlangten nach CDs, doch nur Bänder konnten verschickt werden, da prompter Rapport an Plattenfirmen ungehört blieb.

Eine Einladung zum Ö3 Sender erfolgte: Ein Interview von Fritz O. sollte aufgezeichnet werden. Die Fahrt nach Wien endete in einem kleinen Fiasko, einem Verkehrsunfall in der Nähe des Rundfunkhauses. Zu spät zum Interview erschienen blieb nur noch Ostermeyers Angebot: sich selber interviewen und eine Sendung zu tapen. (Zeitfenster: Eine Stunde!)
Die beiden Drifter liessen sich nicht lange lumpen, sondern versuchten sich als Radioredakteure und Reflekteure des Pop-Diskurses. (Drifterradio - immer noch hörenswert).

Kulturnotizen

Eine CD sollte als Parallelaktion produziert werden. Ein preiswerter kanadischen Anbieter lieferte eine erste Auflage von 1'000 Stück, die man zur Hälfte absetzen konnte. Der Rest dämmert in einer ungenutzten Garage, deren Schlüssel abhanden kam. Rim of the night - der CD-Titel spielt wohl auch auf die Produktionszeiten der im Durchschnitt alle drei Wochen stattfindenden Aufnahmesessions im kleinen Heimstudio in Langenrain auf dem Bodanrück an. 
«Einsames Driften am Nordrand der Alpen»Südkurier vom 28. November 1996